Hausbrauerei Arno Diener Amberg / Opf.
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Geschichte der Bierstadt Amberg.

Amberg ist eine Bierstadt mit über 500-jähriger Tradition und aktuell sechs aktiven Brauereien bei einer Einwohnerzahl von ca. 45.000. Bis in die 1970er Jahre gab es in der Stadt zehn große Brauereien gleichzeitig, wodurch Amberg jahrhundertelang europaweit als Stadt mit den meisten Brauereien – im Verhältnis zur Einwohnerzahl – galt.
Immer wieder hat man in der Vergangenheit versucht, Amberg mit einem Etikett zu versehen. Das Spektrum reicht dabei von der „Eisenstadt“ bis zur „heimlichen Hauptstadt der Oberpfalz“. Beide Bezeichnungen sind richtig und falsch zugleich. Amberg verdankt sein Entstehen keineswegs dem Eisen und seiner Verhüttung in sogenannten Schienhammerwerken außerhalb der Stadt; es war vielmehr ursprünglich ein strategisch günstig gelegener Handelsort, in dem Fernhändler ihrer Gewinn ringenden Profession nachgingen. Das Eisen kam später dazu. Amberg ist auch keine „heimliche“ Hauptstadt der Oberpfalz, die Stadt war von 1499 bis 1810 tatsächliche Haupt- und teilweise auch Residenzstadt des aus Pfälzer Sicht „Fürstentums der heroberen Pfalz“ in Bayern.

„Was Amberg aber tatsächlich
und unstrittig immer war,
ist eine BIERSTADT “
.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in Amberg in sechs „bürgerlichen Brauhäusern“, einem Kommunbrauhaus der Hausbrauer und schließlich dem Brauhaus des Kgl. Studienseminars Bier produziert. Bei diesen „bürgerlichen
Brauhäusern“ handelte es sich um das „Karl Winkler‘sche Brauhaus (Zum Türken)“, das „Aktien-Brauhaus“ (also die alte Weißbräugesellschaft), das „Sebastian Schieferl‘sche Brauhaus“, das ehemalige „Paulanerbrauhaus“, das „Josef Diller‘sche Brauhaus“ und schließlich das „Michael Liersch‘sche Brauhaus (Zum Goldenen Anker)“. Bis zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert stieg die Zahl der Brauereien in Amberg auf dreizehn an. So entstand 1890 eine Brauerei, die 1894 als Brauerei Joseph Bergmann firmierte und 1910 zur Brauerei M. Schießl wurde. 1896 schlug die Geburtsstunde der „Amberger Bierbrauerei AG“, die 1922 nach der Fusion mit der Fentschbrauerei in Sulzbach bis 1990 die Bezeichnung „Brauhaus AG Amberg“ führte. gewerbliche Brauereien.

 

Bierbrauer in Amberg um 1895

1) Arnold Johann
2) Bruckmüller Anton
3) Diller Georg
4) Dirrigl Karl
5) Donhauser Johann
6) Engl Wolfgang
7) Fischer Josef
8) Grabinger Franz
9) Grabinger Babette
10) Hauer Ignaz
11) Jordan Barbara
12) Neumann Hans
13) Maul Josef
14) Oberndorfer Franz
15) Pfab Johann
16) Platzer Johann
17) Rubenbauer Josef
18) Schieder Maria
19) Schießl Michael
20) Schmidt Johann
21) Schopper Alois
22) Seminar-Brauerei
23) Velhorn Johann
24) Weigert Babette
25) Weigl Jakob
26) Weiß Georg
27) Weiß Martin
28) Wölfinger Johann

  Bis ins letzte Drittel des 20. Jahrhunderts bestanden in Amberg noch folgende Brauereien:
Brauhaus Amberg AG (1891-1990), Bruckmüller, Falk (1890-1984), Jordan (1863-1985), Kummert, Malteser (1693-1993), Schießl (1894-1994), Sterk, Wingershof (1935-1985) und Winkler. Über eigene Brauhäuser verfügen heute nur noch die Brauereien Bruckmüller, Kummert, Schloderer, Sterk und Winkler, auf deren
Geschichte bereits eingegangen wurde, sowie die Sudhang-Brauerei. Die Wurzeln der Brauerei Bruckmüller gehen dabei - wie schon erwähnt - auf die der Franziskanerbrauerei zurück. Das Unternehmen befindet sich nunmehr in der siebten
Generation in Familienbesitz. Eine - im Vergleich dazu - noch relativ junge Brauerei ist die Kummert-Brauerei. 1909 kaufte der Landwirt und Metzger Franz Kummert aus Schlicht die Gaststätte „Zur Heimat“ an der Raigeringer Straße. Da dieses Wirtshaus vor allem von den Arbeitern der benachbarten Baumann-Fabrik stark frequentiert
wurde, entschloss sich Kummert 1927, sein Bier nicht länger aus der Brauerei seines Bruders in Schlicht zu beziehen, sondern eine eigene Brauerei in Amberg neben seiner Gaststätte zu errichten.
  Die 1985 gegründete Hausbrauerei am Sudhang von Arno Diener ist die kleinste Amberger Brauerei, die Schloderer Brauerei die jüngste. Der Name der Brauerei geht auf die Familie des Großkaufmanns Schloderer zurück, dem das Anwesen gehört hatte, in dem sich seit 1998 die „Erlebnisbrauerei“ befindet. Als Folge der Gebietsreform vom 1. Januar 1972 wurde die bisherige Raigeringer Brauerei Sterk zu einer Amberger Brauerei. Ihre Geschichte reicht bis 1723 zurück, seinerzeit erhielt der Inhaber der Hofmark Raigering, Johann Tobias Nytz von Wartenberg, kurfürstlicher Kämmerer und Vizestatthalter, von Kurfürst Max Emanuel die Braugerechtigkeit und die Genehmigung zur Errichtung eines Brauhauses in Raigering. Seit 1894 befindet sich das Unternehmen in der Hand der Familie Sterk, die Martin Sterk inzwischen in der vierten Generation führt.